Ratgeber Analogkamera

Letzte Aktualisierung am 14. Januar 2019 | von Friederike

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Analogfotografie: Analogkamera mit Filmrolle

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Die Retro-Welle schwappt nicht nur über die Kameragehäuse, auch das Innenleben der Kameras wird von ihr erfasst. Viele Fotografie-Begeisterte greifen heute wieder gerne zur Analogkamera mit Filmrolle statt Sensor.

Nicht nur Hipstern ist dieser Trend zu empfehlen; auch Einsteiger profitieren davon, die Kunst des Fotografierens anhand einer analogen Spiegelreflexkamera zu lernen.

Warum das so ist und welche Analogkameras zu empfehlen sind, darum geht es hier.

Empfehlungen für eine Analogkamera

Mit Spiegel oder ohne? Mit festverbautem Objektiv oder Wechselobjektiv-Kamera?

Unter den analogen Kameras sind die Spiegelreflexkameras die Anführer.

Das Tolle: Früher waren sie für die meisten dieser Kleinbildkameras eine echte Investition, heute gibt es sie gebraucht zum kleinen Preis – ideal für Neueinsteiger in die (analoge) Fotografie, die sich kreativ austoben wollen.

Analoge Spiegelreflexkamera

Analogfotografie ist Hand- und Kopfarbeit – vor allem mit einer analogen, einäugigen Spiegelreflexkamera.

Belichtungszeit, Blendenöffnung, Fokus – bei vielen Analogkameras muss das von Hand eingestellt werden, bei ganz alten Modellen muss sogar der Film händisch weitergerollt werden.

+ Umdenken beim Fotografieren mit Filmrolle

Jede Auslösung zählt: Nur 36 Fotos pro Film können verknipst werden. Das Foto ist überbelichtet? Pech gehabt – und wissen wird man es auch erst Tage später.

Neben deutlich mehr Know-How brauchen Analogfotografen vor allem eins: Geduld.

Bis man die Fotos in den Händen hält, vergehen einige Tage. Dafür verwöhnen die Spiegelreflexkameras mit einer großartigen Bildqualität, einzigartigen Ergebnissen und zahlreichen kreativen Möglichkeiten.

+ Funktionsweise der analogen Spiegelreflexkamera

Im Grunde funktionieren alle Spiegelreflexkameras, egal welcher Marke und Preisklasse, gleich: Ein Spiegel sorgt dafür, dass der Fotograf durch den Sucher genau das sieht, was auch das Objektiv sieht.

Beim Auslösen klappt der Spiegel weg, sodass der Film belichtet wird.

Hier unterscheidet sich eine Analogkamera von einer aktuellen DSLR-Kamera übrigens nicht großartig – das Licht wird statt auf den Film auf einen digitalen Bildsensor gelenkt.

+ Gemeinsamkeiten und Unterschiede Analog-Spiegelreflexkamera

Die Bildqualität einer Analogkamera hängt in erster Linie von der Qualität des Objektivs ab. Ferner spielt auch die Beschaffenheit des Films eine Rolle.

Spiegelreflexkameras sind in der Regel Kleinbildkameras. Das heißt, sie verwenden einen 35 mm-Film, der Aufnahmen im Format 24 mm × 36 mm ermöglicht.

Die Kameragehäuse unterscheiden sich in ihrer Haptik und verwendetem Material (Kunststoff oder Metall), die Qualität des Suchers, Verschlussschnelligkeit, Blitzautomatik oder anderen Automatikfunktionen wie Autofokus oder Programmautomatiken für verschiedene Fotosituationen.

Wer es echt retro haben will, entscheidet sich für eine Kamera ganz ohne Automatik-Schnickschnack inkulsive manuellem Fokus.

Was oftmals überraschen mag: Dank mechanischer Funktionsweise und hochwertiger Verarbeitung ist eine alte Analogkamera oftmals auch heute noch funktionsfähig.

Es ist schwer, eindeutige Empfehlungen auszusprechen – im Grunde lässt sich sagen, jede gut erhaltene analoge Spiegelreflexkamera kann empfehlenswert sein.

Wir stellen ausgewählte Hersteller, Serien und Modelle vor.

Analoge Spiegelreflexkamera von Praktica

Bild: Pixabay (CC0) / Pexels

Praktica

Bis 2001 wurden etwa 9 Millionen Spiegelreflexkameras des ostdeutschen Herstellers Kamera-Werke Niedersedlitz verkauft.

In Westdeutschland wurden sie vom Versandhaus Quelle unter dem Namen „Revue“ sowie von Photo Porst vertrieben. Dementsprechend gibt es heute zahlreiche gebrauchte Praktica-Modelle zu kaufen.

Im Internet und auf Flohmärkten findet man sie in Scharen zum Spottpreis. Auch das passende Zubehör wie Objektive ist besonders günstig. Die meisten Modelle verfügen über einen M42-Schraubanschluss für Objektive.

Schon damals war die Kamera das Modell für den kleinen Mann dank erschwinglichem Preis. Heute bekommt man eine Praktica-Kamera samt Objektiv für ein Taschengeld.

Zum Beispiel die Praktica LLC, die von 1969 bis 1975 produziert wurde: Dies war die erste einäugige Spiegelreflexkamera mit TTL-Belichtungsmessung bei Offenblende und elektrischer Blendenwertübertragung.

Praktica LLC
  • echt retro
  • TTL-Belichtungsmessung
  • elektrische Blendenwertübertragung
Letzte Aktualisierung: 15.07.2019 16:39 Uhr, Änderungen / Irrtümer möglich, ggf. zzgl. Versandkosten.
Gebrauchte Praktica-Kameras gibt es sehr günstig und sind ideal für alle, die die Basics des Fotografieren verstehen wollen.

Nikon-MF-Kameras

MF steht für „manueller Fokus“.

Die Spiegelreflexkameras wurden von 1960 bis 1990 hergestellt und verfügen seit der Nikkormat-Serie über ein F-Bajonett. Auch neuere Objektive mit F-Bajonett-Anschluss können an die alten Modelle angeschlossen werden.

Die Nikon FE2 stammt aus dem Jahr 1983, deren elektronischer Verschluss erstmalig Belichtungszeiten von 1/4000 Sekunde zuließ.

Nikon FE2
  • Baujahr 1983
  • elektronischer Verschluss
  • F-Bajonett
Letzte Aktualisierung: 15.07.2019 16:36 Uhr, Änderungen / Irrtümer möglich, ggf. zzgl. Versandkosten.
Nikon ist einer der wichtigsten Hersteller analoger Spiegelreflexkameras und bei Profis sowie Amateuren beliebt.

Canon-A-Serie

Dank der A-Serie wurde Canon in den 1970er-Jahren zum Marktführer in Sachen Spiegelreflexkameras. Die Canon AE-1 enthielt als erste Kleinbild-Kamera einen Mikroprozessor, der viele Funktionen automatisierte.

730 DM (circa 465 Euro) kostete die Canon AE-1 neu inklusive Normalobjektiv 50 mm f/1,8 und wurde von Profis und Hobbyfotografen geschätzt.

Canon AE-1
  • Mikroprozessor
  • Blendenautomatik
  • FD-Bajonett
Letzte Aktualisierung: 15.07.2019 17:27 Uhr, Änderungen / Irrtümer möglich, ggf. zzgl. Versandkosten.
Die Kameras des ehemaligen Analogkamera-Marktführers Canon sind auch heute noch Garant für gute Fotos.

Analoge Kompaktkamera

Auch andere Kameraarten gibt es analog mit Filmrolle: Die bliebtesten Kleinbildkameras im vordigitalen Zeitalter waren „Point and Shoot“-Kompaktkameras, manchmal auch liebevoll „Knipskisten“ genannt.

Mit einer einfachen, festverbauten Linse waren diese Sucherkameras besonders günstig und leicht – und damit ideal für Urlaubsfotos und andere Knips-Anlässe: Einfach draufhalten und auf den Auslöser drücken.

Die Bildqualität ließ oft zu Wünschen übrig, aber Hauptsache der Moment war auf Papier gebannt.

Es gab auch Kompaktkameras mit einem hochwertigen, festverbauten Objektiv. Solche eine Analogkamera befriedigte die Bedürfnisse der ambitionierten Hobby-Knipser.

Analoge Kompaktkamera von Voigtländer

Bild: Pixabay (CC0) / Jabbacake

Voigtländer Vito-Reihe

Voigtländer gehört zu den großen, traditionsreichen Kameraherstellern.

Ab Ende der 1950 wurden die Vito-Sucherkameras hergestellt.

Hier ist z.B. die Voigtländer Vito CD zu nennen.

Die Zielgruppe war die breite Masse, die nicht viel Geld für eine Kamera ausgeben wollte. Marketingschwerpunkt waren die Objektive, die als besonders gut galten.

Voigtländer Vito CD
  • hochwertiges Objektiv
  • Belichtungsmesser
  • keine Batterie notwendig
Letzte Aktualisierung: 15.07.2019 17:57 Uhr, Änderungen / Irrtümer möglich, ggf. zzgl. Versandkosten.
Der Name Voigtländer steht für Qualität, auch bei den günstigen Sucherkameras

Olympus XA-Reihe

Die XA-Sucherkameras gehörten in den 1980ern zu den beliebtesten und verbreitetsten Kameras. Sie waren besonders kompakt und leicht dank Kunststoffgehäuse.

Ein Beispiel ist hier die Olympus XA-3.

Außerdem waren die analogen Kompaktkameras mit einem Schieber ausgestattet, der das Objektiv schützte. Ferner wurde erst durch das Verschieben die Belichtungsmessung aktiviert.

Die festverbauten Objektive überzeugten durch eine hohe Qualität.

Olympus XA-3
  • Schutzschieber
  • hochwertiges Objektiv
  • leichtes Kunststoffgehäuse
Letzte Aktualisierung: 15.07.2019 17:27 Uhr, Änderungen / Irrtümer möglich, ggf. zzgl. Versandkosten.
Die XA-Sucherkameras waren in den 1980ern sehr beliebt.

Analogkamera – das gibt es zu beachten

35 mm-Filme für analoge Kameras gibt es noch in vielen Drogerien und vor allem im Internet zu kaufen.

Es gibt Farbfilme und Schwarz-Weiß-Filme, außerdem muss beim Kauf auf die unterschiedlichen ISO-Werte geachtet werden.

Im Internet sollte die Beschreibung der Kamera aufschlüsse darüber geben, in welchen Zustand sie sich befindet. Gebrauchte Kameras sollten frei von Schimmel und Verunreinigungen sein.

Wurde eine Analogkamera häufig verwendet, war der Vorbesitzer zum Beispiel Profi-Fotograf, haben die einzelnen Elemente mit Sicherheit gelitten und funktionieren nicht mehr ganz reibungslos.

Analoge Kameras sind ein großer Spaß für alle, die Fotografie als kreatives Hobby nutzen.

Eine Analogkamera mit manuellen Einstellungen vermittelt sehr genau, was Blende bedeuten, worauf es beim Fokussieren ankommt etc. und schult seinen Benutzer in Geduld und Präzision.

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Über den Autor

Friederike fotografiert, seitdem sie sechszehn Jahre alt ist – am liebsten Straßenszenen und Landschaften. Neben ihrem Fotografie-Hobby ist sie selbstständige Lektorin und Autorin für Blogs und Websites. Bei Kamera Guru kann sie endlich Hobby und Beruf zusammenbringen.

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