Ratgeber Cloudspeicher für Fotografen

Letzte Aktualisierung am 12. Dezember 2017 | von Andy

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Die 7 besten Foto-Clouds in der Übersicht

Foto-Clouds erlauben Fotografen die digitale Bilder an einem zentralen Ort zu speichern. Man kann somit von überall über das Internet darauf zugreifen.

Mittlerweile sind es nicht mehr nur wichtige Dokumente, welche man in eine sogenannte Cloud speichert, sondern auch digitale Fotos.

Geschuldet der immer besser werdenden Qualität der Digitalkameras und Smartphones sind nun Fotos in Profiqualität ohne teures Equipment möglich.

Die Flut an digitalen Fotos hat in den letzten Jahren demzufolge auch stark zugenommen.

Tausende Bilder schlummern auf Speicherkarten und Festplatten und werden ohne strategische Bildarchivierung nie wieder angeschaut.

Abhilfe können hier die Foto-Clouds schaffen.

Was ist eine Foto-Cloud?

In einer sogenannten Foto-Cloud werden Bilder auf einer „virtuellen Festplatte“ an einem externen
Speicherort gespeichert.

Die Festplatte z.B. am heimischen Computer ist ein lokaler Speicherplatz und kann nur am Rechner selber bzw. im dazugehörigen Netzwerk zugegriffen werden.

Im Vergleich dazu, kann man auf die virtuelle Festplatte von überall auf der Welt über das Internet zugreifen. Man erhält somit ortsunabhängig Zugang zu seinen Fotos.

Wie funktionierten Foto-Clouds?

Die Bilder werden bei einem Anbieter auf einen oder mehrere Server, der „virtuellen Festplatte“, hochgeladen.

Diese virtuelle Festplatte wird auch als Cloud (engl. Wolke) oder als Foto-Cloud bezeichnet.

Je nach Anbieter kommt eine unterschiedliche Software, Webbrowser oder Apps mit verschiednen Funktionen zum Einsatz.

Für den Zugriff auf die Fotos benötigt man nur ein Internet fähiges Gerät wie z.B. ein Smartphone, ein PC/Mac oder ein Multimedia fähiges TV-Gerät.

Foto-Clouds

Warum brauche ich eine Foto-Cloud?

Nachdem wir nun die technischen Grundlagen, was eine Cloud bzw. Foto-Cloud ist und wie diese funktioniert, geklärt haben, werfen wir nun einen Blick auf die Vor- und Nachteile einer Foto-Cloud.

+ Vorteile Cloudspeicher
  • Der größte Vorteil und gleichzeitig Unterschied zum lokalen Speicherort ist, dass der Anwender jederzeit ortsunabhängig auf seine Fotos zugreifen kann. Der Zugriff erfolgt über das Internet.
  • Bei den meisten Anbietern von Foto-Clouds ist eine automatische Datensicherung enthalten. Das bedeutet, ich muss mich um eine Sicherung (Backup) der Fotos nicht selber kümmern.
  • Die Fotos liegen an einem Speicherplatz und nicht auf z.B. verschiedenen Rechnern und Speicherkarten. Das hat den Vorteil, dass jedes Foto nur einmal vorhanden ist und vorgenommene Änderungen, wie das Hinzufügen von Stichworten, Fotobearbeitungen usw. überall vorhanden sind. Es gibt keine doppelte und unterschiedliche Daten.
  • Die Fotos können sehr leicht und einfach mit Anderen geteilt werden. Fotos von der letzten Familienfeier können per Freigabe auf das entsprechende Fotoalbum mit ausgewählten Personen geteilt werden.
  • Fotos können mit sogenannten Tags versehen werden. Den Fotos werden somit verschiedene Informationen hinzugefügt. Diese können Stichwörter (für die spätere Sortierung), Kommentare (z.B. Ort und Personen auf dem Bild) etc. sein.
  • Einige Anbieter von Foto-Clouds stellen über die Basisfunktionen hinaus zusätzliche Software zur Verfügung. Damit lassen sich z.B. Fotoalben erstellen, Bilder können sortiert werden und aus den Fotoalben können Foto-Bücher können generiert werden.
  • Weitere Funktionen können auch die klassische Bildbearbeitung sein. Bildzuschnitt, Korrekturen in Helligkeit, Kontrast und Dynamik sowie automatische Filterfunktionen sind typische Funktionen, welche eine lokale Bildbearbeitungssoftware überflüssig machen kann.
  • Neuere Kameramodelle mit einem GPS-Modul speichern zum Bild auch die GPS-Koordinaten mit in den Metadaten auf. Später kann dann der Aufnahmeort bestimmt werden. So kann über eine bereitgestellte Kartenfunktion die Bilder auf einer Weltkarte dem entsprechenden Ort dargestellt werden.
  • Durch Verschlüsselungsmethoden wird die Datensicherheit gewährleistet.Die Fotos werden dadurch auf den externen Server bzw. Festplatten vor Fremdzugriffen gesichert. Da es keine 100% Sicherheit gibt, ergibt sich aus diesem Punkt aber auch ein gleichzeitiger Nachteil (siehe Punkt Nachteile)

+ Nachteile Cloudspeicher

  • Durch die immer besser werdende Qualität, das Ansteigen der Megapixel erhöht sich auch permanent die Größe der Bilddateien. Umso ausgeprägter und bedeutender ist dieser Aspekt, wenn man im RAW-Format (vgl. RAW-Konverter: Lightroom vs. 3 Alternativen) fotografiert. Deshalb ist für das flüssige Arbeiten mit Fotos in Foto-Clouds ein schneller und performanter Onlinezugang notwendig.
  • Bilder mit hoher Auflösung benötigen viel Speicherplatz und der kostenlos zu Verfügung gestellte Speicherplatz kann sehr schnell erschöpft sein. Deshalb sind die Folgekosten für den evtl. zusätzlichen Speicherplatz im Vorfeld zu betrachten.
  • Die Bilder liegen auf einem externen Server ausserhalb des eigenen Verfügbarkeitsbereichs. Zum einen ist hier der Sicherheitsaspekt zu beachten, da vor allem größere Anbieter immer wieder Ziel vor sogenannten Hackerangriffen sind.
  • Aus den hochgeladenen Bildern könnten unter Umständen auch zusätzliche Verhaltens-Profile erstellt werden. In der immer ausgereifteren Technik der Personenerkennung auf Bildern liegt dort ein enormes Potenzial für diese Analyse. So könnte man z.B. wer mit wem an welchem Ort und zu welchem Zeitpunkt war daraus ableiten.

Was kostet eine Foto-Cloud?

Von fast allen Anbietern von Clouds und Foto-Clouds gibt es kostenlose Speicherangebote.

Wird weiterer Speicherplatz über das kostenlose Kontingent hinaus benötigt, kostet dieser meistens.

Da die Entscheidung meistens eine längerfristige Bindung an den Anbieter zur Folge hat, ist dieser Aspekt sehr wichtig und gleich zu Beginn bei der Auswahl mit zu betrachten.

Wie finde ich meine persönliche Foto-Cloud?

Das Einrichten, vor allem wenn man das Ziel hat die ganze Foto-Sammlung in einer Foto-Cloud langfristig zu verwalten, ist ein enormer Aufwand.

Deshalb sind persönlichen Anforderungen sehr genau zu prüfen, ob der Anbieter das auch langfristig bedienen kann. Folgende Auswahlkriterien sind wichtig:

  • Wieviel Speicherplatz benötige ich?
  • Wie wichtig ist die Geschwindigkeit der Foto-Cloud?
  • Benötige ich weitere Funktionen wie z.B. Fotoalben erstellen oder ein Foto-Buch drucken zu können?
  • Sind Elemente für die Bildbearbeitungs notwendig?
  • Sind weitere Zusatzfunktionen wie Filter- und Suchfunktion, Teilen- und Kommentar; Auswerten und Bearbeiten der Metatags (GPS, Objektiv- und Kameraattribute, Blende, ISO, Verschlusszeit) wichtig?

Foto-Clouds: 7 Foto-Clouds der führenden Anbieter in der Übersicht

Vergleichstabelle Foto-Clouds

In der folgenden Vergleichstabelle schauen wir uns sieben der aktuell führenden Anbieter von Foto-Clouds etwas genauer an.

 Google-FotosAmazon Prime PhotosNikon Image SpaceApple iCloudMicrosoft OneDriveCanon IristaFlicker
kostenloses KontoPrime-Probemonat
kostenloser Speicherplatz15GBunbegrenzt2GB5GB5GB15GB1TB
PremiumaccountX
max. Speicherplatz Premiumaccount30TBunbegrenzt20TB200GB5TB1TBX
Kosten €/Monat299,99€Prime 5,75€excklusiv für Nikon-User2,99€8,25€11,99€X
Mobile App
Backupfunktion

Die Eckpunkte der Foto-Cloud Anbieter im Einzelnen

Google-Fotos

Google Fotos lockt erstmal mit 15 GB kostenlosen Speicherplatz. Updates zu einem monatlichen Premium-Abo gehen bis 30 000 GB Speicherplatz und schlagen dann mit bis zu 299,99 €/Monat zu buche.

Die Bedienung erfolgt über die App-Welt und ist für Smartphones mit Android und iOS verfügbar.

Der volle Funktionsumfang ist nur über die Apps verfügbar, es gibt keine Software für den Rechner.

Die Fotos können aber über eine Upload-Software vom Rechner aus hochgeladen werden.

Durch die Googlevernetzung lassen sich Fotos schnell teilen, kommentieren, Filmstreams generieren und eine sehr gute Suchfunktion mit Erkennungsfunktionen wie z.B. Personen, Landschaften.

Amazon Prime Photos

Amazon ködert die Anwender erst gleich gar nicht mit einem kostenlosen Speicherplatz, sondern gibt diesen gleich unbegrenzt frei.

Allerdings benötigt man einen Amazon-Prime Account dafür, welcher mit 69,-€ /Jahr zu buche schlägt. Es sind aber die kompletten Vorteile des Prime-Abos, wie z.B. Prime Music, kostenloser Versand, etc. mitbeinhalten.

Rudimentäre Software mit Baisfunktionen für alle Plattformen wird bereitgestellt.

Interessant ist diese Variante, wenn man weitere Vorteile des Amazon Prime Abos nutzen möchte.

Als alleinige Foto-Cloud fehlen sicherlich Funktionen wie Bildbearbeitung, Geo-Tagging, Suchfunktionen und Kommentaroption.

Apple iCloud

Die iCloud konzentriert sich in erster Linie auf die Apple-User.

Die iCloud ist perfekt abgestimmt auf die Apple Welt. Funktionen und Bedienung (Kartenfunktion, Gesichtserkennung, Auto-Tag-Generator ) sind teilweise nur mit den Betriebssystem iOS und MacOs wirklich sinnvoll nutzbar und verfügbar.

Der kostenlose Speicherplatzvon 5GB reicht nur für sehr kleine Foto-Sammlungen aus.

Verschiedene Speicher-Erweiterungen von z.B. 50 GB (0,99€) bis hin zu 200 GB (2,99) sind sehr gute Angebote und reichen für den Normalanwender auch aus.

Microsoft OneDrive

Das OneDrive von Microsoft dürfte für alle Windows-Anwender interessant sein.

Das OneDrive ist sehr gut in die Programme von Windows integriert und erleichtern das Arbeiten deutlich.

Microsoft spendiert wie der Konkurrent Apple erstmal 5 GB gratis. Updates zum Premium-Account gehen hoch bis 5000 GB und kosten dann 8,25 € pro Monat.

Software Unterstützung gibt es per App und für PC / Mac.

Canon Irista

Canon lockt auch mit 15 GB kostenlosen Speicher. Updates darüber hinaus gehen bis zu 1000 GB und kosten 11,99 Euro pro Monat.

Canon richtet sich eher an rudimentäre Fotografen, welche ohne viel Extrafunktionen auskommen.

Canon Irista hält dafür umfangreiche Filterfunktionen durch die Metadaten wie z.B. Objektiv, Filter, Blende und  Kamera bereit.

Basisfunktionen wie Gallerien erstellen und teilen funktionieren solide, allerdings vermisst man moderne Funktionen wie Geotagging und Bildbearbeitung.

Nikon Image Space

Durch die kostenlose Vergabe von schmalen 2 GB an alle User und 20 GB an Nikon-Anwender wird sehr schnell deutlich, dass sich Nikon nur auf die Anwender von Nikon Kameras konzentriert.

Allerdings sind diese 20 GB auch für einen Nikon-Anwender nicht wirklich ausreichend.

Somit eignet sich die Nikon-Cloud auch nur bedingt für einen professionellen Einsatz, da diese Menge im Zeitalter von 24 MP-Auflösungen pro Bild schnell ausgeschöpft ist.

Flicker

Flicker spendiert jedem Anwender 1000 GB. Für eine Foto-Sammlung ist das ein guter Richtwert mit Luft nach oben, ohne immer an der Speichergrenze zu kratzen.

Allerdings ist der Speicher nicht erweiterbar, was evtl. bei großen Foto-Sammlungen zu einem Problem werden könnte.

Der große Vorteil von Flicker ist im Vergleich zu den anderen Foto-Cloud Anbietern, dass es eine sehr große aktive Fotocommunity auf der Plattform gibt.

Die bereitgestellten Funktionen von Flicker können sich auch sehen lassen. Foto-Buch erstellen, Tagging. Kommentarfunktion und Bildbearbeitung erfüllen alle Basisfunktionen für den aktiven Hobbyfotografen.

Fazit Cloud-Speicher für Fotografen

Die richtige Foto-Cloud zu finden ist gar nicht so einfach. Der Vergleich der einzelnen Foto-Cloud Anbieter ist oft schwierig, da es die perfekte Lösung meistens nicht gibt.

Deshalb muss im Vorfeld sehr genau abgewogen werden, welche Funktionen einem am wichtigsten sind und auf welche am ehesten verzichtet werden kann.

Die unterschiedliche Speicher- und Kostenmodelle bilden wohl das wichtigste Entscheidungskriterium.

Die oben aufgestellte Übersichtstabelle der aktuell führenden Foto-Cloud Anbieter soll hierbei hilfreich unterstützen.

Den Punkt der Anbieterbindung und der Aufwand für das Einrichten der Foto-Cloud sind weitere Entscheidungskriterien.

Abschliessend kann jedoch festgehalten werden, dass die Vorteile einer Foto-Cloud eindeutig überwiegen.

Wenn die Foto-Cloud einmal eingerichtet ist kann mann der digitalen Bilderflut entgegenzuwirken und die digitalen Schätze müssen nicht auf einer digitalen Festplatte verstauben.

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Über den Autor

Hey ich bin Andy! Auf meinen ausgedehnten Reisen rund um den Globus gehe ich meiner großen Leidenschaft, dem Fotografieren und Videofilmen nach. Unterwegs teste ich gerne die neueste Technik und gebe meine Erfahrungen hier weiter!

Ein Kommentar zu Die 7 besten Foto-Clouds in der Übersicht

  1. Ludger sagt:

    Hey Andy, dieser Überblick ist klasse.
    Gibt es Kameras (außerhalb von Canon/Irista) die automatisch im WiFi alle Bilder hochladen?
    Viele Grüße Ludger

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