Ratgeber Astrofotografie

Letzte Aktualisierung am 30. Juli 2018 | von Friederike

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Kamera für Astrofotografie: Ausrüstung für Einsteiger

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Eine Landschaft mit Sternenhimmel, der Mond mit seinen Kratern, bunte kosmische Nebel – für Hobbyfotografen hält der Nachthimmel atemberaubende Motive bereit.

Schon mit einer einfachen Ausstattung lassen sich schöne Fotos schießen.

Je anspruchsvoller die Motive werden, desto höher werden jedoch der Aufwand fürs Fotografieren – und die Kosten für die Ausrüstung.

Dieser Artikel zeigt, wie der Einstieg in die Astrofotografie mit geringem Aufwand und Budget gelingen kann und welches Equipment sich für Anfänger eignet.

Verschiedene Arten der Astrofotografie

In der Astrofotografie werden verschiedene Arten der Fotografie unterschieden, je nach Entfernung der Objekte.

Jede Art stellt ihre eigenen Anforderungen an die Fotoausrüstung.

+ Nachtfotografie oder Panorama-Astrofotografie

Die Einsteiger-Disziplin ist die Nachtfotografie oder Panorama-Astrofotografie. Der Nachthimmel wird mit oder ohne Landschaft im Vordergrund abgelichtet. Ein stabiles Stativ ist dafür unerlässlich.

+ Sonnensystem-Fotografie

Objekte unseres Sonnensystems – Planeten, Sterne, Mond und Sonne, Kometen und Asteroiden – sind die Motive der Sonnensystem-Fotografie. Hierfür wird ein Teleskop benötigt. Auch Anfängern gelingen bereits Fotos in vorzeigbarer Qualität.

+ Deep-Sky-Fotografie

In der Deep-Sky-Fotografie landen Objekte außerhalb unseres Sonnensystems vor der Linse. Galaxien, Nebel und Sternhaufen sind anspruchsvolle Motive. Meist sind lange Belichtungszeiten notwendig, was den Aufwand hoch macht.

Kamera für Astrofotografie

Die beste Kamera für den Sternenhimmel

Um ansprechende Fotos vom Sternenhimmel zu knipsen, ist am Anfang jede Kamera gut genug.

Ohne große finanzielle Ausgaben können Neulinge der Astrofotografie zunächst ausprobieren, Experimente wagen und dann entscheiden, in welche Richtung sie sich weiterentwickeln wollen.

Blende und Belichtungszeit der Kamera sollten allerdings manuell einstellbar sein.

Wenn eine neue Kamera angeschafft werden soll, ist eine Spiegelreflexkamera (DSLR) eine sichere Wahl, wie zum Beispiel die Canon EOS 1300D (DSLR), die schon für unter 350 Euro zu haben ist.

Systemkameras (DSLM) sind ebenso empfehlenswert, wie die Fujifilm X-T100.

Sie wiegen weniger, was sie für Ausflüge in die Natur interessant macht.

Je größer der Sensor ist, desto lichtempfindlicher ist die Kamera. Allerdings wird auch mit dem Sensor der Preis größer. Herkömmliche Kameras wie die oben genannten verfügen über einen APS-C-Sensor. Profis greifen zu den deutlich teureren Vollformat-Kameras.

Da bei der Astrofotografie lange Belichtungszeiten eingesetzt werden, sollte die Kamera über eine Selbstauslösefunktion mit Zeitverzögerung oder einen Anschluss für einen Kabel-, Fern- oder Infrarotauslöser verfügen.

Durch das direkte Auslösen kann die Kamera wackeln, was zu unscharfen Fotos führt.

DSLR-Kamera für Astrofotografie: Canon EOS 1300D

Canon EOS 1300D
  • DSLR-Kamera
  • APS-C Sensor
Letzte Aktualisierung: 18.10.2018 22:57 Uhr, Änderungen / Irrtümer möglich, ggf. zzgl. Versandkosten.
Die Canon EOS 1300D ist eine DSLR-Kamera, die sich für den kostengünstigen Einstieg in die DSLR-Fotografie eignet.

DSLM-Kamera für Astrofotografie: Fujifilm X-T100

Kameras für die Sonnensystem- und Deep-Sky-Fotografie

Für die Deep-Sky-Fotografie gibt es spezielle astromodifizierte Kameras, die empfindlicher für rotes Licht sind.

In der Canon-Reihe sind sie durch ein „a“ hinter dem Modelnamen gekennzeichnet.

In herkömmlichen Kameras ist ein Sperrfilter für Infrarotstrahlung eingebaut, um das Farbergebnis der Fotos an das Farbsehen des menschlichen Auges anzupassen.

Bei Aufnahmen von Nebeln ist das jedoch ein Nachteil.

Daher ist dieser Filter bei astromodifizierten Kameras ausgetauscht.

Für die Astrofotografie mit Teleskop werden häufig Webcams eingesetzt.

Diese sind leicht, lassen sich also einfacher und stabiler am Teleskop befestigen.

Der größte Vorteil: Sie erlauben Serienfotos.

Das Rauschen, das beim Fotografieren von Planeten und Co. entstehen kann, lässt sich durch die Addition der Fotos später am Computer entfernen.

Einsteiger können zu gängigen, preisgünstigen Webcams, zum Beispiel die Logitech C270, greifen. Es gibt auch spezielle Teleskopkameras (z.B. Celestron 1MP NexImage) im Handel.

Da diese teurer und in den Gebrauchsmöglichkeiten eingeschränkt sind, sind diese Kameras eher für fortgeschrittene Fotografen zu empfehlen.

Für die Astrofotografie mit Webcams wird ein Laptop benötigt, um die Einstellungen vorzunehmen und das fehlende Display zu ersetzen.

Das richtige Objektiv für die Astrofotografie

Eine niedrige Brennweite und eine hohe Lichtempfindlichkeit sind die Merkmale von Objektiven, die sich für die Astrofotografie eignen.

Für den Einstieg reichen die mit den Kameras meist mitgelieferten Zoomobjektive mit Brennweiten von 18 bis 55 mm aus.

Je weitwinkliger das Objektiv ist, desto besser.

Weitwinkelobjektive mit fester Brennweite sind teurer, führen aber zu besseren Ergebnissen, da sie lichtempfindlicher sind als Zoomobjektive. Empfehlenswert ist beispielsweise das Samyang 14 mm F2.8 Objektiv für unter 400 Euro.

Objektiv für Astrofotografie: Samyang 14 mm F2.8

Samyang 14 mm F2.8
  • großer Bildwinkel
  • hohe Lichtstärke
Letzte Aktualisierung: 18.10.2018 19:27 Uhr, Änderungen / Irrtümer möglich, ggf. zzgl. Versandkosten.
Günstiges Weitwinkelobjektiv für den Einstieg in die Astrofotografie - Samyang 14 mm F2.8.

Teleskop und Zubehör für die Astrofotografie

Teleskope für Einblicke ins All

Die wichtigsten Eigenschaften eines Teleskops sind die Brennweite und die Öffnung.

Je weiter die Öffnung ist, desto lichtempfindlicher ist das Gerät. Je größer die Brennweite, desto weiter entfernte Objekte können eingefangen werden.

Es gibt Linsen- und Spiegelteleskope (Newton-Teleskop).

Diese unterscheiden sich in der Bauweise, liefern aber vergleichbare Ergebnisse.

Ein Teleskop für Einsteiger ist beispielsweise das Omegon N114/900, das mit etwa 200 Euro Anschaffungspreis durch ein gutes Preis-Leistungsverhältnis überzeugt.

Es gibt die Teleskope für Einsteiger im Set inklusive Montierung, Stativ und Okular, zum Beispiel das TS-Optics Newton Spiegelteleskop 150/1400.

Für fortgeschrittene Hobbyastronomen lohnt es sich, Teleskop, Stativ und Montierung einzeln zu kaufen, auch wenn sie dafür tiefer in die Tasche greifen müssen.

Teleskop für Astrofotografie: Omegon N114/900

Omegon N114/900
  • Spiegelteleskop
  • inkl. Zubehör
Letzte Aktualisierung: 18.10.2018 19:30 Uhr, Änderungen / Irrtümer möglich, ggf. zzgl. Versandkosten.
Das Omegon N114/900 ist ein Spiegelteleskop mit 114 mm Öffnung und 900 mm Brennweite.

Teleskop für Astrofotografie: TS-Optics Newton Spiegelteleskop 150/1400

TS-Optics Newton Spiegelteleskop 150/1400
  • Spiegelteleskop
  • Komplettset
Letzte Aktualisierung: 18.10.2018 19:30 Uhr, Änderungen / Irrtümer möglich, ggf. zzgl. Versandkosten.
Einsteiger-Teleskop im Komplettset - TS-Optics Newton Spiegelteleskop 150/1400.

Adapter, Stativ & Montierung

Wichtig ist, dass das Teleskop über eine Anschlussmöglichkeit für die Kamera verfügt.

Über ein T2-Gewinde, wie dem Baader Planetarium T-Ring Canon EOS auf T-2, wird die Kamera auf das Teleskop geschraubt – dabei wird das Teleskop zum Objektiv.

Bei der „Huckepack“-Methode wird die Kamera samt Objektiv vor dem Teleskop angebracht. Einige Teleskop-Modelle verfügen über eine Anschlussschraube, für andere gibt es Adapter zu kaufen.

Ein sicherer Stand der Kamera beziehungsweise des Teleskops mit Kamera sind das A und O bei der Astrofotografie.

Durch die langen Belichtungszeiten können kleinste Schwingungen, zum Beispiel durch eine Windböe, die Fotos verderben. Daher sollte zu einem robusten, stabilen Stativ gegriffen werden.

Dreibeinstative, wie das Hama Fotostativ Action 165 3D, eignen sich am besten, da die Beine einem möglicherweise unebenen Boden angepasst werden können.

Je größer und schwerer das Teleskop beziehungsweise das Objektiv der Kamera, desto stabiler muss das Stativ sein. Das Stativ sollte außerdem über einen Schwenkkopf verfügen.

Teleskope werden mit einem Gestell, der Montierung, am Stativ befestigt.

Diese enthalten einen Motor, die die Himmelsbewegung nachführen. Bei langen Belichtungszeiten würden die Motive ohne die Nachführung zu Streifen führen. Montierung und Stativ gibt es im Set zu kaufen.

Bei der Skywatcher Montierung NEQ-5 für circa 350 Euro ist ein stabiles Stahlrohrstativ im Lieferumfang enthalten.

Astrofoto - Mond

Bild: Pixabay (CC0) / Pexels

Auf einen Blick: Astrofotografie-Ausstattung für Einsteiger

Mit dieser Ausrüstung gelingen Anfänger mit geringem Kostenaufwand vorzeigbare Astrofotos:

  • Beliebige Spiegelreflex- oder Systemkamera
  • Lichtempfindliches Zoom- oder Weitwinkelobjektiv
  • Stabiles Stativ
  • Für Sonnensystem-Fotos: Teleskop mit Montierung im Set
  • Ggf. Kabelauslöser
  • Das Wichtigste: Ein dunkler Ort, fernab von Städten und anderen Lichtquellen

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Über den Autor

Friederike fotografiert, seitdem sie sechszehn Jahre alt ist – am liebsten Straßenszenen und Landschaften. Neben ihrem Fotografie-Hobby ist sie selbstständige Lektorin und Autorin für Blogs und Websites. Bei Kamera Guru kann sie endlich Hobby und Beruf zusammenbringen.

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