Ratgeber Kamera ohne Tiefpassfilter

Letzte Aktualisierung am 31. Januar 2019 | von Friederike

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Kamera ohne Tiefpassfilter: Besonders scharf?

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5 Kameras ohne Tiefpassfilter im Vergleich
Kamera ohne Tiefpassfilter
Olympus PEN-F
Olympus PEN-F

Letzte Aktualisierung: 23.04.2019 06:36 Uhr, Änderungen / Irrtümer möglich, ggf. zzgl. Versandkosten

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Kamera ohne Tiefpassfilter
Sony Alpha 7R II
Sony Alpha 7R II

Letzte Aktualisierung: 23.04.2019 03:18 Uhr, Änderungen / Irrtümer möglich, ggf. zzgl. Versandkosten

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Kamera ohne Tiefpassfilter
Nikon D7500
Nikon D7500

Letzte Aktualisierung: 23.04.2019 07:48 Uhr, Änderungen / Irrtümer möglich, ggf. zzgl. Versandkosten

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Kamera ohne Tiefpassfilter
Panasonic Lumix GX800
Panasonic Lumix GX800

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Kamera ohne Tiefpassfilter
Panasonic LUMIX G81
Panasonic LUMIX G81

Letzte Aktualisierung: 23.04.2019 06:36 Uhr, Änderungen / Irrtümer möglich, ggf. zzgl. Versandkosten

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Viel Kameramodelle, vor allem solche mit hohen Megapixelzahlen, werden häufig damit beworben, dass sie keinen Tiefpassfilter haben.

Dieser Filter verhindert, dass der Sensor unter bestimmten Bedinungen Störeffekte erzeugt – reduziert jedoch ggf. auch die Bildschärfe.

Was ein Tiefpassfilter leistet und wieso das Fehlen des Teils ein Kaufargument sein kann, das erklärt dieser Artikel.

Außerdem verraten wir, welche Kameras ohne Tiefpassfilter empfehlenswert sind.

Was ist ein Tiefpassfilter?

Achtung, jetzt könnte es komplizierter werden.

Wir reduzieren die Erklärung auf ein für Laien verständliches Maß.

Um die Frage nach dem Tiefpassfilter zu beantworten, schauen wir uns erst einmal an, wie ein Sensor in einer Kamera funktioniert.

+ Der Bildsensor

In den meisten Digitalkameras steckt ein sogenannter Bayer-Sensor.

Der Sensor an sich erkennt nur hell und dunkel. Damit er Farben zuordnen kann, ist er mit vielen kleinen Farbfiltern überzogen. Wie bei einem Schachbrett reihen sich grüne, blaue und rote Quadrate aneinander.

Dabei folgt auf eine Zeile mit grünen und blaunen Vierecken eine mit grünen und roten. Der Sensor erhält also für jeden Pixel nur eine Farbinformation.

Die restlichen Farben errechnet der Sensor mithilfe der Informationen, die die umliegenden Pixel liefern.

+ Die Moiré-Artefakte

Die Farberkennung im Sensor funktioniert in den meisten Fällen super.

Problematisch wird es dann, wenn das fotografierte Objekt eine so feine Struktur hat, dass sie sich genau mit dem Raster des Sensors deckt.

Das passiert zum Beispiel bei manchen Kleidungsstücken oder anderen Textilien, Jalousien, Hausdächern etc.

Die rasterähnliche Struktur des Objekts landet auf dem Raster des Sensors, der die Pixel falsch interpretiert.

Heraus kommen psychedelisch anmutende Muster in bunten Farben.

+ Der Tiefpassfilter

Wie können Moiré-Artefakte verhindert werden?

Hier kommt der Tiefpassfilter ins Spiel.

Die meisten Kamera-Hersteller setzen vor den Sensor diesen Filter ein. Dieser lässt nur Licht bis zu einer bestimmten Frequenz durch. Das führt dazu, dass die feinen Strukturen eines Jackets oder eines Rollos gar nicht mehr von der Kamera wahrgenommen werden.

Das Bild kann demnach leicht unscharf werden.

Für die meisten Freizeit-Fotografen bzw. Hobby-Fotografen ist das wohl unproblematisch – die leichte Unschärfe wird bei normalen Fotos kaum bemerkbar sein.

Kurz zusammengefasst für eilige Leser:

Motive mit feinem Raster werden im Sensor einer Kamera ggf. falsch intepretiert, wodurch entfremdete Aufnahmen entstehen können (sog. Moiré-Artefakte oder Moiré-Effekt).

Ein Tiefpassfilter kann den Moiré-Effekt verhindern, führt jedoch ggf. geringerer Schärfe.

Für wen sind Kameras ohne Tiefpassfilter interessant?

Der Tiefpassfilter sorgt also für eine leichte Unschärfe.

Das kann Fotografen, die es gerne knackig scharf haben, natürlich stören.

Im Grunde kommt der Moiré-Effekt auch nur selten vor. Wer nicht gerade Mode-Fotograf ist oder eine Leidenschaft für Lamellen hat, der wir selten mit dem Problem konfroniert.

Warum also nicht direkt auf mehr Schärfe setzen?

Kameras ohne Tiefpassfilter sind für Fotografen, die es besonders scharf haben wollen, genau das Richtige.

Wer mit großformatigen Fotos arbeitet, für die eine sehr hohe Auflösung benötigt wird, der hat vermutlich sowieso schon längst eine tiefpassfilterlose Kamera.

Kameras ohne Tiefpassfilter: Empfehlungen

Generell richten sich Kameras ohne Tiefpassfilter eher an Profis.

Das sieht man auch am Preis. Für viele Modelle muss man tausend Euro und mehr ausgeben.

Allerdings gibt es auch ein paar Ausnahmen – wir zeigen Kameras ohne Tiefpassfilter in verschiedenen Preisklassen.

Olympus PEN-F

Die Systemkamera Olympus PEN-F verfügt über einen Micro-Four-Thirds-Sensor mit 20 Megapixeln.

Auch von außen machen sie etwas her: Das schicke Retro-Gehäuse ist an die Optik alter Spiegelreflexkameras angelehnt.

Die Bildqualität ist – auch dank des Verzichts auf den Tiefpassfilter – sehr gut.

Die Olympus PEN-F verfügt über zahlreiche Einstellmöglichkeiten; einige Knöpfe lassen sich individuell mit Funktionen belegen.

Die kürzeste Verschlusszeit liegt bei 1/16.000 Sekunde – interessant für Motive in Bewegung.

Außerdem verfügt die Systemkamera über eine 4K-Videofunktion und WLAN.

Olympus PEN-F
  • schneller Autofokus
  • elektronischer Sucher und Touchscreen
  • Bildstabilisator
Letzte Aktualisierung: 23.04.2019 06:36 Uhr, Änderungen / Irrtümer möglich, ggf. zzgl. Versandkosten.
Die Systemkamera Olympus PEN-F im Retro-Design ohne Tiefpassfilter punktet mit guter Bildqualität.

Sony Alpha 7R II

Die Sony Alpha 7R II ist eine Vollformat-DSLM und dennoch handlich wie andere Systemkameras.

42,4 Megapixel bietet der rückwärtig beleuchtete Sensor.

Einen Tiefpassfilter, der die Schärfe beeinträchtigen könnte, gibt es selbstverständlich nicht.

Außerdem hat die Sony Alpha 7R II noch einen Hybrid-Autofokus, der besonders schnell ist und einen großen Teil des Bildbereichs abdeckt.

Die Profi-Kamera hat auch sonst noch vieles zu bieten: Bildstabilisator, 4K-Videofunktion, WLAN und viele weitere Funktionen.

Übrigens: Mit der Sony Alpha 7 R III steht ein (teureres) Nachfolgemodell bereit.

Anders als andere Kamera-Hersteller bewirbt Sony das Fehlen des Tiefpassfilters eher subtil. Bei der Sony Alpha 7R II gibt immerhin die Sony Webseite Auskunft darüber.

Es wird gemeinhin auch angenommen, dass die Sony Alpha 7 R III ebenfalls ohne Tiefpassfilter auskommt.

In der Sony Alpha 7 II und der Sony Alpha 7 III soll hingegen ein Tiefpassfilter stecken (Quelle: hier und hier).

Sony Alpha 7R II
  • 42,4 Megapixel
  • Vollformatsensor
  • schneller Autofokus
Letzte Aktualisierung: 23.04.2019 03:18 Uhr, Änderungen / Irrtümer möglich, ggf. zzgl. Versandkosten.
Mit mehr als 40 Megapixel-Vollformat-Sensor ist die Sony Alpha 7R II ein wahres Auflösungsmonster.

Nikon D7500

Die Nikon D7500 besitzt einen APS-C-Sensor (bzw. DX) mit 20,9 Megapixeln.

Die DSLR-Kamera ist auch bei schwierigen Lichtverhältnissen sehr leistungsstark, selbst bei ISO 3.200.

Das macht sie ideal für bewegungsreiche Motive wie in der Sportfotografie, da sie besonders kurze Verschlusszeiten ermöglicht.

Die Spiegelreflexkamera verfügt über einen Touchscreen, über den sich das Bild fokussieren lässt.

Natürlich gibt es bei der Nikon D7500 auch eine 4K-Videofunktion sowie WLAN.

Nikon D7500
  • ISO-Werte von 100 bis 51.200
  • ideal bei schwachem Licht
  • ideal für Sportfotografie
Letzte Aktualisierung: 23.04.2019 07:48 Uhr, Änderungen / Irrtümer möglich, ggf. zzgl. Versandkosten.
Die Systemkamera Nikon D7500 überzeugt durch eine sehr gute Bildqualität.

Panasonic Lumix GX800

Beworben wir die Panasonic Lumix GX800 als „perfekte Kamera für Social-Media Enthusiasten“. Außen stylisch, innen Technik vom Feinsten – natürlich mit klappbarem Selfie-Monitor.

Der 16-Megapixel-Sensor wird nicht durch einen Tiefpassfilter getrübt, sodass die Bildqualität sehr gut ist. Auch der Preis passt: Mit rund 400 Euro ist sie deutlich günstiger als alle anderen Ohne-Tiefpassfilter-Kameras.

Jetzt knipsen – später fokussieren, das ist mit der Panasonic Lumix GX800 möglich dank Post-Fokus.

Die DSLM-Kamera ist sehr kompakt und leicht, was sie zum idealen Reisebegleiter macht.

Mankos: Am Gehäuse sind kaum Knöpfe, fast alles muss über das Display eingestellt werden, und es gibt keinen Bildstabilisator – klar, irgendwo musste das Gewicht ja eingespart werden.

Perfekt für alle ambitonierten Hobbyknipser, die sich über schöne Fotos freuen, ohne eine Wissenschaft daraus machen zu müssen.

Panasonic Lumix GX800
  • klein und leicht
  • Selfie-Display
  • Post-Fokus-Funktion
Letzte Aktualisierung: 23.04.2019 07:12 Uhr, Änderungen / Irrtümer möglich, ggf. zzgl. Versandkosten.
Kleiner Preis, tolle Fotos – die Panasonic Lumix GX800 ist ideal für alle Hobbyfotografen, die viel unterwegs sind.

Panasonic Lumix G81

Scharfe, detailreiche und rauscharme Fotos liefert die Panasonic Lumix G81 – siehe dazu auch unser Panasonic Lumix G81 Test.

Das spritzwassergeschüzte Gehäuse macht die Systemkamera besonders robust.

Trotz „nur“ 16 Megapixeln liefert der Micro-Four-Thirds-Sensor auch bei schwachem Licht gute Bilder – auch dank nicht vorhandenem Tiefpassfilter.

Die Panasonic Lumix G81 bietet eine 4K-Foto und -Video-Funktion, einen Bildstabilisator, hochauflösenden Sucher und Post-Fokus-Funktion.

Perfekt für Profis und Hobbyfotografen, die gerne draußen fotografieren!

Panasonic LUMIX G81
  • ideal für Tierfotos und andere Outdoor-Situationen
  • ISO bis 25.600
  • 5-Achsen-Bildstabilisator
Letzte Aktualisierung: 23.04.2019 06:36 Uhr, Änderungen / Irrtümer möglich, ggf. zzgl. Versandkosten.
Die Panasonic LUMIX G81 bietet ein robustes Gehäuse und gestochen scharfe Bilder.

Fazit – Kamera mit oder ohne Tiefpassfilter?

Ein nicht vorhandener Tiefpassfilter alleine macht noch keine gute Kamera aus.

Andere Eigenschaften wie Sensorgröße, Megapixelzahl, Gehäuse und sonstige Funktionen sind in der Regel entscheidender für die Wahl des Apparats.

Wenn alles stimmt, ist das Fehlen des Tiefpassfilters das Tüpfelchen auf dem „i“ für viele Fotografen, die besonders scharfe Fotos haben möchten.

Zweifelsohne gibt es auch einige Fotografen, die das anders sehen.

Fuji hat das Problem mit dem Tiefpassfilter übrigens nicht: In den Fuji-Kameras ist kein Bayer-Sensor, sondern ein Fujifilm-X-Trans-Sensor verbaut.

Die Pixel sind nicht in einem Schachbrettmuster angeordnet, sondern viel komplexer.

Dadurch kann sich das Muster eines Kleidungsstücks oder ähnlichem nicht mit dem Sensor-Raster überschneiden und ein Moiré-Effekt kann gar nicht erst entstehen.

Die Fuji X-T1 beispielsweise überzeugt durch ihre hohe Auflösung.

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Über den Autor

Friederike fotografiert, seitdem sie sechszehn Jahre alt ist – am liebsten Straßenszenen und Landschaften. Neben ihrem Fotografie-Hobby ist sie selbstständige Lektorin und Autorin für Blogs und Websites. Bei Kamera Guru kann sie endlich Hobby und Beruf zusammenbringen.

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