Ratgeber Polfilter

Letzte Aktualisierung am 25. September 2018 | von Friederike

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Polfilter bzw. Polarisationsfilter: Anwendung und Empfehlungen

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Die Meinungen, ob ein Polarisationsfilter, oder kurz: Polfilter, in Zeiten der Digitalfotografie sinnvoll ist oder nicht, gehen weit auseinander. Manche Fotografen schwören auf ihn, andere verdammen ihn ganz aus ihrer Fototasche.

Der Filter sei nicht nur unnötig, sondern würde Fotos sogar schlechter machen, sagen sie.

Wie bei den meisten Streitthemen: Die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte.

Polfilter können etwas, was auch das beste Bildbearbeitungsprogramm nicht schafft: Sie lassen Spiegelungen verschwinden. Es gibt Situationen, in denen ein Polfilter großartige Hilfe leisten kann.

Wann ein Polfilter sinnvoll ist, wie er richtig angewendet wird und was es beim Kauf zu beachten gibt, darum geht es in diesem Artikel.

So funktioniert ein Polfilter

Um den Filter richtig einzusetzen, hilft es, die physikalischen Grundlagen zu kennen, auf denen seine Funktionsweise beruht.

Licht besteht aus Wellen, die sich in verschiedenen Winkeln – sogenannten Polarisationsrichtungen – ausbreiten. Einige schwingen von oben nach unten, andere von rechts nach links und der Rest schwingt in allen möglichen Winkeln dazwischen.

Normalerweise kommt jeder Wellenwinkel in gleichmäßiger Anzahl im Licht vor, es ist unpolarisiert.

In bestimmten Situationen ist Licht jedoch polarisiert, das bedeutet, ein Winkel kommt besonders häufig vor. Der „Gegenwinkel“, also der um 90 Grad gedrehte Winkel, ist nur wenig bis gar nicht enthalten.

Der Polfilter filtert Lichtwellen eines bestimmten Winkels komplett heraus, lässt die der gegenüberliegenden Polarisationsrichtung jedoch hindurch.

Bei unpolarisiertem Licht, also Licht, das alle Winkel gleichermaßen enthält, löscht ein Polfilter einfach die Hälfte des Lichts. Das Bild wird also lediglich dunkler (bis zu zwei Blendenstufen) und eventuell kontrastreicher.

Handelt es sich jedoch um polarisiertes Licht, also Licht, in dem ein Winkel besonders häufig vorkommt, wird das Licht dieses Winkels betont und der „Gegenwinkel“ gelöscht – oder andersherum.

Die richtige Anwendung und Einsatzmöglichkeiten

Grundlagen zur Anwendung des Polfilters

Die Wirkungsweise des Polfilters lässt sich durch Drehen verändern.

Wird er um 90 Grad gedreht, erzeugt er den gegenteiligen Effekt der Ausgangseinstellung.

Wichtig: Der Filter sollte vor jedem Foto neu eingestellt werden.

Filter-Neulingen empfiehlt es sich, das Motiv einmal ohne und anschließend mit verschiedenen Polfiltereinstellungen zu fotografieren.

Beim Vergleich der Bilder lernt man die Wirkungsweise des Filters kennen und kann ihn nach und nach gezielter einsetzen.

Je kleiner die Brennweite des Objektivs ist, je größer also der Bildausschnitt gewählt wird, desto unregelmäßiger wird der Effekt des Polfilters.

Fotografiert man eine weite Landschaft mit Himmel durch einen Polfilter, entstehen unschöne Flecken auf dem Himmel.

Das ausgestrahlte Licht ist sehr unregelmäßig, was die enthaltenen Wellenwinkel betrifft. So wirkt der Polfilter an manchen Stellen stärker als an anderen.

Polfilter für die Kamera

Bild: Pixabay (CC0) / byrev

Einsatzmöglichkeiten eines Polfilters

+ Spiegelungen verändern

Wenn Licht auf eine Oberfläche trifft, wird das Licht reflektiert – zum Beispiel Sonnenstrahlen auf einen See.

Je nach Winkel und Oberflächenmaterial ist das reflektierte Licht polarisiert. Der Effekt entsteht nur auf nichtmetallischen Flächen wie Glas, Wasser oder auf lackierten Gegenständen.

Jedes Oberflächenmaterial hat einen idealen Winkel, bei dem der Effekt besonders stark auftritt.

Bei einer senkrechten Spiegelung wird ausschließlich unpolarisiertes Licht reflektiert (sofern die Lichtquelle nicht schon polarisiertes Licht ausstrahlt).

Soll die Spiegelung auf einem See auf dem Foto entfernt werden, sollte der See aus dem für Wasser optimalen Winkel (circa 37 Grad) abgelichtet und der Polfilter entsprechend eingestellt werden.

In der Porträtfotografie wird der Filter eingesetzt, um Spiegelungen in Brillengläsern oder Glanzflecken in Gesichtern zu verhindern. Auch beim Fotografieren durch Glasscheiben, zum Beispiel von Aquarien oder Schaufenstern, ist ein Polfilter meist unerlässlich.

In der Landschaftsfotografie lassen sich mit dem Polfilter Spiegelungen auf Gewässern auslöschen oder verstärken.

Will man zum Beispiel Fische durch die Wasseroberfläche fotografieren, gelingt das oft ausschließlich mit einem Polfilter.

Natürlich sind gerade in der Landschaftsfotografie Spiegelungen oft erwünscht, sodass bei jeden Motiv neu entschieden werden sollte, ob der Filter aufs Objektiv geschraubt wird oder nicht.

+ Farben intensivieren und Kontraste verstärken

In bestimmten Situationen sorgt der Polfilter auch für kräftigere Farben und kontrastreichere Bilder. Zum Beispiel wirkt das Grün von vom Regen nassen Blättern mithilfe des Polfilters satter und intensiver.

Bekannt ist der Polfilter für seinen Effekt, den Himmel dunkler und sein Blau intensiver zu machen. Die Luftmoleküle streuen das Licht, blaues stärker als rotes – so wird unser Himmel blau. Bei der Streuung wird das Licht polarisiert. Der Polfilter dunkelt den Himmel ab, während die Landschaft oder die Wolken nicht verändert werden. Hierbei können jedoch auch die oben beschriebenen Flecken entstehen.

Der Effekt des Polfilters ist in vielen Fällen Glückssache. Winkel, Luftzusammensetzung, die Art des Lichtes – es gibt viele Faktoren, die seine Wirkung beeinflussen und nur wenig bis gar nicht vom Fotografen verändert werden können.

Es kann sehr interessant sein, mit dem Filter zu experimentieren und mit seiner Hilfe verschiedene Ästhetiken auszuprobieren. Der Polfilter sollte jedoch nicht als Immer-drauf-Filter eingesetzt werden, da er mindestens die Bilder dunkler macht oder gar das Foto-Ergebnis komplett verändert.

Kauf-Empfehlungen für Polfilter

Polfilter-Liste

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Tipps für den Kauf eines Polfilters

Es gibt lineare und zirkuläre Polfilter, wobei fast nur noch zweitere verkauft werden. Lineare Polfilter erschweren bei einigen Kameras die automatische Fokussierung und die Belichtungsmessung. Bei zirkulären Filter treten diese Probleme nicht auf.

Die Filter gibt es in unterschiedlichen Durchmessern. Es empfiehlt sich, den Durchmesser des größten Objektiv zu wählen, welches man besitzt.

Mithilfe eines Adapter wie z.B. Belmalia 8 Step-Up-Ringe (Set) lässt sich der Filter auch auf kleinen Objektiven verwenden.

Anhand der folgenden Kriterien erkennt man hochwertige Polfilter:

  • Der wichtigste Qualitätsunterschied ist die Bildschärfe. Minderwertige Filter können zu unscharfen Fotos führen.
  • Jeder Polfilter schluckt Licht und macht das Motiv bis zu zwei Blendenstufen dunkler – mehr sollten es aber nicht sein.
  • Die Stärke des Filtereffekt kann sich von Modell zu Modell unterscheiden.
  • Für Fotografen, die draußen fotografieren, kann auch die Schmutz- und Wasserresistenz des Filtern ein wichtiges Kriterium sein.
  • Die verschiedenen Filtermodelle unterschieden sich in ihrer Höhe. Jeder Fotograf muss für sich entscheiden, ob er einen dickeren oder dünneren Filter bevorzugt. Bei zu dicken Filtern kann es zu einem unerwünschten Vignetteneffekt kommen.
  • Der Filter sollte leichtgängig drehbar sein.

Ähnlich wie bei Graufiltern (ND-Filter) ist die Preisspanne von Polfiltern ist riesig: Zwischen knapp 20 und bis zu 150 Euro liegen die Preise.

Nicht immer ist teuer auch ein Garant für Qualität.

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Über den Autor

Friederike fotografiert, seitdem sie sechszehn Jahre alt ist – am liebsten Straßenszenen und Landschaften. Neben ihrem Fotografie-Hobby ist sie selbstständige Lektorin und Autorin für Blogs und Websites. Bei Kamera Guru kann sie endlich Hobby und Beruf zusammenbringen.

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