Ratgeber RAW-Konverter

Letzte Aktualisierung am 28. Januar 2017 | von Andy

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RAW-Konverter: Lightroom vs. 3 Alternativen

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Wer einen Schritt tiefer in die Fotografie einsteigt und die Kompaktkamera gegen eine Systemkamera oder eine Spiegelreflexkamera eintauscht, wird immer wieder mit dem Begriff RAW-Konverter konfrontiert.

Anfangs ignoriert man das Thema noch, kostet ja nur mehr Speicher und was bringt es schon, die Bilder im JPG-Format reichen doch vollkommen aus sind die Top-Argumente.

Aber irgendetwas muss doch an diesen RAW-Konvertern dran sein, da man das Thema einfach nicht losbekommt und man auch immer wieder gefragt wird. Ob man im RAW-Format fotografiert, oder nimmst du RAW+JPG auf? Welchen RAW-Konverter benutzt du?

Irgendwann gibt man auf und stellt sich diesem Thema und begreift plötzlich, was für Möglichkeiten darin liegen.

Doch der Reihe nach, heute geht es um eine kleine Einführung in das Thema RAW-Format.

Anschließend ziehen wir einen Vergleich zwischen Lightroom, dem wohl bekanntesten RAW-Konverter und zeigen dazu 3 Alternativen auf: Capture one von Sony, Capture xD von Nikon und RAW Therapie.

Einführung in das RAW-Format

Was ist das RAW-Format?

Das sogenannte RAW-Format ist ein Dateiformat, welches nahezu alle Informationen eines digitalen Bildes beinhaltet.

Übersetzt man den Begriff RAW verdeutlichtes deutsche Wort „roh“ dieses eindrücklich.

Es sind die Rohdaten, welche vom Sensor geliefert werden und digital vorliegen. Im Vergleich zu einem JPG-Format durchläuft dieses keine Anpassungen und wird somit auch nicht verändert.

Das RAW-Format ist wie ein digitales Negativ, welches verändert werden kann, aber seine Ursprungsdaten immer beinhaltet – im Vergleich zum JPEG bei dem im letzten Schritt, der Komprimierung eine Großteil die Ursprungsdaten verloren gehen.

Was sind die Vorteile des RAW-Formates?

Da im RAW-Format alle Bildinformationen enthalten sind, können z.B. schlecht belichtete Bilder noch deutlich verbessert werden, da alle Informationen, wie z.B. Konturen einer Wolke beinhaltet sind.

Durch eine Korrektur der Belichtung wird diese wieder sichtbar, was bei einem Bild im JPEG-Format in dieser Tiefe nicht möglich wäre.

Durch diesen Umstand kann ein RAW-Bild auch jederzeit geändert werden und sogar wieder in den Ursprungszustand, des digitalen Negativs zurückgesetzt werden.

Unterschied RAW-Format / JPEG-Format

Wie wir nun festgestellt haben wird an dem Bild im RAW-Format keine Änderungen vorgenommen.

Bei einem Bild, welches im JPEG-Format aufgenommen wurde, verläuft dieses grundsätzlich anders.

Der Sensor liefert die Daten, welche digitalisiert werden. Diese Daten durchlaufen nun einen standardisierten Korrekturprozess.

Im einzelnen werden folgende Anpassungen gemacht:

  • Beyer Interpolation
  • Weissabgleich
  • Tonwertkorrektur
  • Kontrast
  • Schärfung

Und abschliessend wird dieses korrigierte Bild komprimiert, dabei werden alle nicht mehr benötigten Bildinformationen abgeschnitten, diese sind nun verloren. Abschliessend wird das Bild im JPEG Format gespeichert.

Auf den ersten Blick erscheint das JPEG-Bild von der Farbbrillianz und der Gesamtdynamik frischer und lebendiger. Schaut man das gleiche Bild im RAW-Format an, wirkt dieses etwas blasser und verwaschener.

JPEG-Format unbearbeitet

RAW-Format unbearbeitet

Der Unterschied und natürlich der gewinnbringende Vorteil zeigt sich im bearbeiteten RAW-Bild. Vergrößert man das Bild im Zoom Modus, sieht man in dem vorliegenden Bild, dass  die Konturen der Pflanze sehr viel deutlicher und schärfer abgebildet sind.

RAW-Bild bearbeitet

Durch erhöhen des Kontrastes, der Dynamik kann man dieses deutlich sehen. Kopiert man nun die Einstellungen der Änderungen vom RAW-Bild und legt diese über das gleiche Bild im JPEG-Format, bekommt man ein anderes Ergebnis und das JPEG verwaschener und verliert die Konturen und die Tiefenschärfe.

JPEG-Format bearbeitet (gleiche Entwicklungseinstellungen des RAW-Formates)

Vorteile- und Nachteile des RAW-Formates

Möchte man professionelle Bilder erstellen geht kein Weg am RAW-Format vorbei. Der Qualitätsgewinn und die Möglichkeiten der Nachbearbeitung, aufgrund der hohen Bildinformation sind enorm.

Die einzige Überlegung wäre der Anwendungsfall, dass man sehr schnell und viele Serienbilder machen möchte.
Der zweite mögliche Grund könnte Speicherplatzmangel darstellen. Da ein Bild im RAW-Format ein vielfaches an Speicherplatz eines JPEG-Bildes ausmacht.

Warum braucht man einen RAW-Konverter?

Um eine RAW-Datei betrachten und bearbeiten zu können, benötigt man aber einen entsprechenden RAW-Konverter.

Viele Kamerahersteller liefern eine eigene Software mit der Kamera gleich mit. Im folgenden schauen wir uns 4 gängige RAW-Konverter genauer an.

RAW-Konverter: Lightroom vs. 3 Alternativen

1.) Lightroom von Adobe

Adobe Lightroom ist vielleicht der bekannteste RAW-Konverter. Mittlerweile gibt es eine Version 6.x Entwicklungsschiene, mit stark verbesserter Grafikengine, welches sich wieder durch eine flottere Arbeitsgeschwindigkeit bemerkbar macht.

Es gibt eine 30-Tage Testversion, dass Update zur Vollversion kostet ca.120,-€ und ist für Mac und Windowssysteme verfügbar. Inzwischen gibt es auch eine Lightroom CC Version, der Creative Cloud von Adobe.

Eine Lightroom Mobile App ermöglicht den Austausch von Bildern z.B. zwischen Smartphone und einem Lightroom Katalog.

Der Workflow, die Benutzeroberfläche bis hin zu den Funktionen ist sehr praxisnah.  Diese unterstützen einen professionellen Bildbearbeitungsprozess optimal und führt einen intuitiv durch.

Lightroom verfügt neben den Standardkorrekturfunktionen, wie z.B. Weißabgleich, Belichtung, Dynamik, Sättigung noch einen Verlaufs- und Radialfilter.

Eigene Entwicklungseinstellungen können in sogenannten Presets abgespeichert werden und auf jedes Bild angewendet werden. Ebenso gibt es eine Import- und Exportfunktion für die Presets.

Neue und effiziente Funktionen wie die HDR- und Panoramafunktionen machen durch ihre Schnelligkeit richtig Spaß. Für die Standardanforderungen muss man in kein externes Programm mehr wechseln.

Das Bibliotheksmodul lässt für die Organisation der Bildern in Katalogen und Sammlungen keine Wünsche mehr offen. Jedes Bild kann zusätzlich zu den Metadaten mit Stichworten, Kommentaren, Markierungen und vieles mehr versehen werden.

Einige Module wie das Buch und die Diashow wollen nicht so ganz in einen professionellen Workflow passen und stören das Gesamtbild.

Adobe Photoshop Lightroom
  • Mac und Windows Version
  • Funktionsumfang
  • Schnittstelle zur Adobewelt
  • durchdachter Workflow
Letzte Aktualisierung: 20.09.2018 23:51 Uhr, Änderungen / Irrtümer möglich, ggf. zzgl. Versandkosten.
Durch ständige Weiterentwicklung und Anpassung an den professionellen Bildbearbeitungsworkflow liefert Lightroom das perfekte Gesamtpaket.

2.) Capture One von Sony (Phase One)

Capture One ist ein RAW-Konverter, der speziell auf Sony Kameras und deren Objektive zugeschnitten ist.

Eine Lightversion ist bei jeder Sonykamera dabei und ein Upgrade auf die PRO Version für ca. 55,-€ zu haben.

Kauft man die Software als Standalone Bundle schlägt sie mit 269,- € kräftig zu Buche. Ebenso wird eine kostenlose 30-Tage Version angeboten.

Der Bearbeitungsworklow ist nicht so intuitiv erlernbar wie bei Lightroom und richtet sich tendenziell mehr an Studiofotographen.

Überzeugen kann die überaus flüssige Workflowgeschwindigkeit, vor allem die Berechnungen (das Rendern) und somit der Export sind deutlich schneller als bei Adobe Lightroom. Capture One rendert erst im Zoombereich die 100% nach, was insgesamt zu einem angenehmeren Arbeiten führt.

Capture One Pro
  • Mac und Windows Version
  • Exportgeschwindigkeit
  • flüssiges Arbeiten
Letzte Aktualisierung: 20.09.2018 23:57 Uhr, Änderungen / Irrtümer möglich, ggf. zzgl. Versandkosten.
Capture One ist optimal auf alle Sony Kameras und Objektive abgestimmt und besticht durch eine flüssige Performance.

3.) Capture NX-D von Nikon

Capture NX-D liegt jeder Nikon Kameras kostenlos mit dabei und deckt alle rudimentären Funktionen der Bildkorrektur ab. Die Geschwindigkeit ist ausreichend und für Bildkleinserien durchaus akzeptabel.

Es ist keine Bilderverwaltung mit integriert, ebenso fehlen Möglichkeiten der Bildanpassung wie Filter und weitergehende Funktionen.

4.) Raw Therapiee

Raw Therapiee ist ein kostenloser RAW-Konverter von RT Team, der darüber hinaus mit einer sehr guten Performance zu beeindrucken versteht.

Das Programm beinhaltet alle Standardfunktionen wie Kontrast, Tonwertkorrektur, Belichtung , Schärfe und einige Bildbearbeitungfeatures.

Raw Therapiee kommt auch mit anderen Bildern im JPEG-, TIFF- und PNG-Format zurecht.

Es gibt eine 64-Bit Version für Rechner mit Windows und Mac Betriebssysteme. Ebenso wird noch eine 32-Bit Version für Rechner mit Windows XP bereitgestellt.

Fazit RAW-Konverter

Wer nur einen guten RAW-Konverter ohne weitere Zusatzmodule, wie Bibliotheksfunktionen zum sammeln, ordnen und archivieren der Bilder, benötigt, sollte sich zuerst einem die kostenlose Software Raw Therapiee von RT Team anschauen.

Durch die Reduzierung der Funktionen ist Raw Therapiee sehr schnell und intuitiv erlernbar, ebenso ist die Performance sehr überzeugend.

Wenn die Fotografie mehr als nur ein Hobby ist oder sie haben mit großen Bildmengen gearbeitet wird, ist in der Summe Lightroom von Adobe die erste Wahl.

Der komplette Workflow vom Import, Archivieren, Entwickeln bis zum Export lässt bei Adobe Lightroom kaum Wünsche offen. Wenn die Steigerung der Performance in den kommenden Versionen weiter im Augenmerk der Entwickler liegt, ist das Gesamtpaket sicherlich schwer zu überbieten.

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Über den Autor

Hey ich bin Andy! Auf meinen ausgedehnten Reisen rund um den Globus gehe ich meiner großen Leidenschaft, dem Fotografieren und Videofilmen nach. Unterwegs teste ich gerne die neueste Technik und gebe meine Erfahrungen hier weiter!

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